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Marktcheck der Verbrauchzentralen zum Label „Haltungsform“

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Festtagsbraten aus tiergerechterer Haltung: kaum im Angebot

 

Marktcheck der Verbrauchzentralen zum Label „Haltungsform“
Wer einen Weihnachtsbraten aus besserer Haltung auftischen möchte, hat es beim Einkauf schwer. Auch anderthalb Jahre nach Einführung des viertstufigen, freiwilligen Haltungsform-Labels des Handels bieten Supermärkte und Discounter nur wenig Fleisch und Geflügel mit höheren Haltungsstandards an. Das zeigt ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen bei mehr als 1.700 verpackten Fleischprodukten aus rund 30 Geschäften.

 

87 Prozent des überprüften Fleischangebotes sind mit den Haltungsformen 1 und 2 gekennzeichnet. „Das entspricht gerade einmal dem gesetzlichen Mindeststandard oder liegt knapp darüber“, sagt Wiebke Franz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen. „Von einem höheren Tierschutzniveau kann hier keine Rede sein.“ Nur 13 Prozent der Erzeugnisse tragen das Haltungsform-Label 3 oder 4. Außerdem variiert das Angebot je nach Tierart sehr stark. „Das schränkt die Auswahl beim Einkauf erheblich ein“, so Franz. Erzeugnisse vom Schwein stammen überwiegend aus der Haltungsform 1 und von Geflügel aus der Haltungsform 2. Bei Rindfleisch haben die Verbraucher praktisch nur die Wahl zwischen Haltungsform 1 und 4.

 

Kaum Entwicklung im Fleischangebot mit mehr Tierwohl

 

Seit April 2019 kennzeichnen acht Handelsunternehmen ihre Fleischprodukte einheitlich mit dem Label „Haltungsform“. Kurz nach der Einführung des Labels hatten die Verbraucherzentralen einen ersten Marktcheck durchgeführt. Im aktuellen Marktcheck wollten sie wissen, wie sich das Fleischangebot der einzelnen Stufen im Vergleich verändert hat. Sie stellten kaum Veränderungen fest. Wie bereits 2019 stammt auch aktuell mehr als die Hälfte der Fleischprodukte aus Haltungsform 1, gut ein Drittel aus Haltungsform 2. Fleisch aus Haltungsform 3 macht mit drei Prozent einen verschwindend geringen Anteil aus. Haltungsform 4 ist mit gut 10 Prozent etwas häufiger vertreten. Dies ist vor allem Biofleisch.

 

Transparenz und Verfügbarkeit verbessern

 

„Damit Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Fleisch aus tiergerechterer Haltung kaufen können, müssten Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch in der "Haltungsform" 3 und 4 gut verfügbar sein“, so Franz. „Zusätzlich müssten die Handelsunternehmen die ‚Haltungsform‘ an Bedientheken und auf Wurstwaren durchgängig kenntlich machen und besser über die Kriterien des Labels informieren“. Nur dann können sich die Kunden orientieren und auswählen.

 

Staatliches Tierwohllabel und Mindeststandards einführen

 

Die vierstufige Kennzeichnung des Handels ist kein Tierwohllabel. Mehr Platz und Einstreu im Stall sind noch kein Garant für mehr Tierwohl. Dafür müssen verhaltens- und gesundheitsbezogene Indikatoren wie Lahmen, Bissverletzungen, Organbefunde beim Tierhalter und am Schlachthof systematisch erhoben und ausgewertet werden. Die Verbraucherzentralen fordern, schnellstmöglich eine aussagekräftigere staatliche Tierwohlkennzeichnung einzuführen.

 

„Die jetzige Kennzeichnung der Haltungsform ist außerdem für viele Verbraucher verwirrend“, sagt Franz. Denn Haltungsform 1 ist – anders als bei Schulnoten – die schlechteste Auszeichnung, während Haltungsform 4 die höchsten Haltungsstandards kennzeichnet.

 

„Um das Leben aller Nutztiere zu verbessern und flächendeckend für mehr Tierwohl zu sorgen, ist zusätzlich der ambitionierte Umbau der gesamten Nutztierhaltung notwendig“, so Franz. Dazu braucht es ein klares Bekenntnis von Bundesregierung und Bundesländern, für alle Tierarten gesetzliche Mindeststandards zur Haltung sowie Zielwerte für die messbaren Tiergesundheits- und Tierwohlparameter einzuführen und schrittweise verbindlich anzuheben.

 

Mehr Informationen zum Marktcheck und zu den Ergebnissen


Über die Verbraucherzentrale Hessen:
Die Verbraucherzentrale Hessen bietet unabhängige und werbefreie Beratung für Verbraucher in allen Lebenslagen, von A wie Altersvorsorge bis Z wie Zahnzusatzversicherung. Unsere Kompetenz basiert auf der Erfahrung von jährlich ca. 100.000 Kontakten mit Verbrauchern in Hessen.

 

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Schenklengsfeld

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