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Kennzeichnung „ohne Kükentöten“ bei Eiern

Umfrage der Verbraucherzentralen zeigt die Erwartung von Verbraucherinnen und Verbrauchern


Das Töten männlicher Küken soll ab 2022 verboten sein. Bereits jetzt gibt es Eier von Initiativen, die darauf verzichten. Die Eier sind mit Hinweisen wie „ohne Kükentöten“ gekennzeichnet. In einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben die Verbraucherzentralen im Dezember 2020 ermitteln lassen, was Verbraucher von dieser Kennzeichnung erwarten.


Jährlich werden rund 45 Millionen männliche Küken in Deutschland getötet. Die Erzeugerbetriebe begründen dass damit, dass die Aufzucht der Bruderhähne der auf Legeleistung gezüchteten Legehennen nicht rentabel sei. Das Töten ist aber nicht alternativlos: Manche Erzeuger ziehen die Bruderhähne trotz ihres geringen Fleischansatzes auf. Die Mehrkosten gleichen sie durch einen Preisaufschlag auf die Eier der Schwesterhennen aus. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Geschlecht der Tiere bereits im Ei zu bestimmen und die Bruteier mit männlichen Embryonen als Tierfutter auszusortieren. Im Handel finden sich zahlreiche Label, die Eier aus diesen Produktionsweisen kennzeichnen. „Für die Käufer ist jedoch nicht immer nachvollziehbar, welche Methode sich hinter Kennzeichnungen wie „Bruder Hahn“ oder „haehnlein“ verbirgt“, sagt Franz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen.


Mehr Informationen gewünscht
In einem Punkt sind die Umfrageergebnisse eindeutig: 85 Prozent der 1.003 Befragten lehnen das Töten männlicher Küken ab. Bei der Frage nach der Kennzeichnung ergibt sich hingegen ein heterogenes Bild: Knapp die Hälfte finden den Hinweis „ohne Kükentöten“ für beide Methoden – Aufzucht der männlichen Küken oder Geschlechtsbestimmung im Ei – in Ordnung. 38 Prozent akzeptieren diese Angabe nur für die Aufzucht der männlichen Küken.
Davon unabhängig ist der Wunsch nach mehr Transparenz: 73 Prozent fordern, dass zusätzlich zur Angabe „ohne Kükentöten“ die Methode genannt wird, mit der der Kükentod vermieden wird oder darüber hinaus sogar noch eine Erläuterung des Verfahrens bereits auf oder in der Verpackung.


„Die Ergebnisse zeigen, dass die aktuellen Kennzeichnungen zum Teil verwirrend für Verbraucher sind. Insbesondere die alleinige Angabe „ohne Kükentöten ist nicht verbraucherfreundlich“, sagt Franz. „Wir erwarten, dass die Erzeuger Hühnereier einheitlich und eindeutig kennzeichnen. Neben der eingesetzten Methode sollte transparent sein, wie und wo die Bruderhähne aufgezogen werden.“
Weitere Ergebnisse der Umfrage auf verbraucherzentrale-hessen.de/umfrage-kuekentoeten

 

Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft


Über die Verbraucherzentrale Hessen:
Die Verbraucherzentrale Hessen bietet unabhängige und werbefreie Beratung für Verbraucher in allen Lebenslagen, von A wie Altersvorsorge bis Z wie Zahnzusatzversicherung. Unsere Kompetenz basiert auf der Erfahrung von jährlich ca. 100.000 Kontakten mit Verbrauchern in Hessen.

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Schenklengsfeld
Do, 25. März 2021

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