Glücksbringer leiden unter Wohnungsmangel


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Glücksbringer leiden unter Wohnungsmangel
Mitmachen bei der NABU-Aktion Schwalbenfreundliches Haus


Wetzlar – Früher galten Schwalben als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz
sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Die meisten Menschen mögen Schwalben, und als Kulturfolger fühlen sich die Vögel in einer von Menschen geprägten Umgebung grundsätzlich wohl. Doch den Schwalben geht es immer schlechter. „Leider werden die fliegenden Sommerboten von Jahr zu Jahr weniger. Denn sie stehen gleich doppelt unter Druck: Zum einen finden sie weniger Insekten als Nahrung, zum anderen wird
es für sie immer schwerer geeignete Nistplätze zu finden“, sagt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

Der Bestand an Rauch- und Mehlschwalben nimmt seit Jahrzehnten ab. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ möchte der NABU Hessen dem etwas entgegensetzen. „Wir hoffen, durch die Aktion die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen, sowie bestehende Quartiere zu erhalten und neue zu schaffen,“ erklärt Maik Sommerhage, Vogelexperte des NABU Hessen. „Bitte unterstützen Sie unsere gefiederten Sommerboten mit Nisthilfen, Lehmpfützen und insektenreichen Gärten“, ruft Sommerhage dazu auf, den Schwalben unter die Flügel zu greifen. Ein Lichtblick: Immer mehr Hausbesitzende setzen sich inzwischen für den Schwalbenschutz ein.

Die Mehlschwalbe, erkennbar an ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch sowie dem tief gekerbten Schwanz, baut ihre fast geschlossenen Nester an rau verputzte Hauswände oder unter geschützten Dachvorsprüngen. Dabei nutzen Schwalben als ortstreue Tiere gerne alte vorhandene Nester und bessern sie mit frischem Lehm wieder aus. An vielen Orten fehlen jedoch oft Lehmstellen als Baugrundlage. „Offene, feucht gehaltene Bodenstellen helfen den Schwalben, ihre alten Nester zu ersetzen“, erklärt Sommerhage. „Wo dies nicht möglich ist, können unter Vorsprüngen in mindestens 2,5 Meter Höhe Kunstnester angebracht werden.“

In den letzten Tagen häufen sich die Anrufe besorgter Schwalbenfreunde beim NABU Hessen. „Aus Angst vor Kotspuren an den Wänden werden Mehlschwalben bei Nestbauversuchen verscheucht oder gar ihre Nester mit einem Wasserstrahl zerstört“, ärgert sich Sommerhage. Dabei ließe sich die Verschmutzung mit der Anbringung eines schrägen Kotbretts ca. 50-70 cm unterhalb der Nester ganz einfach dauerhaft vermeiden. Das Brett sei
farblich ganz leicht an die neue Fassade anzupassen.

„Menschen, die sich für Schwalben engagieren und an ihren Häusern brüten lassen, können sich jederzeit für die Auszeichnung mit einer Plakette und Urkunde ‚Schwalbenfreundliches Haus‘ bewerben, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Hotel, Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt“, lädt der Ornithologe Sommerhage Interessierte zur Teilnahme ein. „Neben der grundsätzlichen Verbesserung ihrer Lebensbedingungen wäre es
für die kleinen Flugkünstler allerdings von großer Bedeutung, dass der Mensch ihre Nähe nicht nur duldet, sondern sogar schätzt“, ergänzt er.

 


Hintergrund

Mehl- und Rauchschwalbe sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Arten. Das
heißt, sie dürfen weder gestört, gefangen, getötet noch ihre Quartiere zerstört werden. Der
Schutz gilt nicht nur für die Vögel selbst, sondern auch für ihre Nester. Verlassene
Schwalbennester dürfen auch nach der Brutzeit nicht zerstört werden, denn diese werden
immer wieder genutzt und gegebenenfalls ausgebessert.

Wer den Schwalben in Hessen Unterschlupf gewährt und Interesse an der Auszeichnung
„Schwalbenfreundliches Haus“ hat, der kann sich beim NABU melden. Per E-Mail oder Post
kann man sich mit einem ausgefüllten Antrag für die beliebte Plakette bewerben. Diesen
kann man entweder im Internet unter www.NABU.de/schwalben herunterladen oder einfach
beim NABU per Mail unter anfordern.

 


Mehr Infos:


Alle Infos zur Aktion unter www.NABU.de/schwalben
Der NABU zeigt mit einer kostenfrei nutzbaren Grafik auf www.NABU.de/schwalbenjahr, wie
das Jahr der Schwalben aussieht.
Die Grafik und Pressebilder gibt es unter: www.NABU.de/pressebilder_schwalben