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NABU Hessen: Nützliche Insektenjäger wieder in die Natur herausbringen

Nosferatu-Spinne (C): NABU/Robert Pfeifle (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Nosferatu-Spinne (C): NABU/Robert Pfeifle

Wetzlar – Mit seinen ersten kalten Nächten ist der Herbst für viele
Menschen eine typische Spinnenzeit. Denn plötzlich werden überall die
filigranen Kunstwerke ihrer Netze in Tau und Nebel sichtbar. Doch nicht nur
draußen, auch im Haus kommt es nun zu vermehrten Begegnungen mit den
achtbeinigen Krabblern. „Viele Menschen fragen sich, warum gerade jetzt so
viele Spinnen unterwegs sind. Tatsächlich fallen sie uns im Herbst aber nur
stärker auf. Sie suchen nun nach frostfreien Verstecken für den Winter und
kommen dabei auch in unsere Wohnungen“, erklärt Maik Sommerhage,
Landesvorsitzender des NABU Hessen. Dabei ist die trockene Wohnungsluft für
die meisten Spinnen kein guter Lebensraum. Hier verenden sie meist schon
nach kurzer Zeit, die niedrige Luftfeuchtigkeit lässt sie austrocknen. Für
die nützlichen Achtbeiner sind kleine Holzstapel, ein Steinhaufen oder
aufgehäuftes Laub im Garten am besten zum Überwintern geeignet. Sobald es
richtig kalt wird, verkriechen sie sich und verbringen dort den Winter in
einer Kältestarre. Als wechselwarme Tiere passen sich Spinnentiere der
Außentemperatur an.


Gartenspinnen wieder heraussetzen

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Wer typische Gartenspinnen wie Kreuzspinne, Wespenspinne oder
Zebraspringspinne in der Wohnung bemerkt, sollte sie am besten gleich
wieder vor die Tür setzen. „Spinnen sind ein wichtiger Teil eines gesunden
Gartens. Sie vertilgen nicht nur viele Mücken und andere Insekten, sondern
zeigen auch an, ob die Natur noch in Ordnung ist“, erläutert Sommerhage.
Deshalb sollte man Spinnen, die sich im Herbst in die Wohnung verirrt
haben, behutsam wieder in den Garten befördern. Dazu kann man sie
vorsichtig mit einem Glas und einem Stück Pappe einfangen und nach draußen
bringen. Dort suchen sie sich dann selbst ein passendes Winterversteck.


Hausspinnen mögen trockene Wärme
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Es gibt auch Spinnen, die gut mit trockener warmer Luft klarkommen und in
unseren Wohnungen einen idealen Lebensraum gefunden haben. Sie leben das
ganze Jahr im Haus und helfen als Insektenjäger dabei, auch in
mückenreichen Nächten gut schlafen zu können. Zu den häufigsten Hausspinnen
gehören die Hauswinkel-, die Zitter- und die Nosferatuspinne. Die Große und
Kleine Hauswinkelspinne sind recht groß, dunkel, langbeinig und dicht
behaart. Tagsüber hocken sie oft regungslos in der Wohnröhre ihres
trichterförmigen Netzes. Sie ernähren sich von Fluginsekten, Asseln und
Tausendfüßlern. Eher zart gebaut ist die Große Zitterspinne mit ihren
grazilen Beinen und dem kleinen Körper. Obwohl sie regelmäßig als
Untermieter anzutreffen ist, fällt sie kaum auf. Häufig bemerkt man die
Zitterspinne erst, wenn man zufällig ihr lockeres Netz berührt, das meist
an Decken oder Wänden hängt: Denn dann beginnt sie zu zittern. Dieser eher
“schwächeren“ Spinne traut man gar nicht zu, dass sie sich mit großen
Gegnern anlegt. Dennoch ist gerade sie es, die in Kellerschächten oder im
Keller der Hauswinkelspinne nachstellt. Öfter noch als die Spinne selbst
fallen uns allerdings ihre großflächigen Netze auf, vor allem, wenn sie
verlassen und nach einiger Zeit verstaubt sind.


Neu eingewanderte Nosferatuspinne
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Ein neuer Gast im Haus ist die aus dem Mittelmeergebiet eingewanderte
Nosferatuspinne, die in immer mehr Wohnungen anzutreffen ist. Sie kommt als
wärmeliebende Art fast nur in und an Gebäuden vor. Auch sie gilt als
fleißiger Insektenjäger. Mit einer Körperlänge von bis zu zwei Zentimetern
und einer Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern gehört sie zusammen mit
der Hauswinkelspinne zu den größten Gebäudebewohnerinnen. Ihren Namen
verdankt sie einer Rückenzeichnung, die an die gleichnamige Filmfigur
erinnert. Sie kann spürbar zubeißen, tut das aber nur sehr selten bei
direkter Bedrohung. Die Folgen eines Bisses für den Menschen sind ähnlich
wie bei einem Bienen- oder Wespenstich. Als nächtliche Jägerin hält sie im
Haus den Bestand an Fliegen und anderen Insekten klein. Um zu erfahren, wie
sich die Nosferatuspinne in Deutschland verbreitet, ruft der NABU zur
Meldung von Beobachtungen über die Spinnen-WebApp auf.

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Naturschutzbund (NABU) - Landesverband Hessen e.V.
Friedenstraße 26
35578 Wetzlar
Landesvorsitzender: Maik Sommerhage
Geschäftsführung Kommunikation: Dr. Berthold Langenhorst (V.i.S.d.P.)