Das Landecker Amt

Namen der Orte des Landecker Amtes und angrenzender Orte auf Laenschelder Platt. (c) Heimatverein Schenklengsfeld

Geschichte des Landecker Amtes

 

Namensgebend ist der 505,7 m hohe Landecker Berg, auf dessen südwestlichster Bergnase sich die Ruine der gleichnamigen Burg befindet.


Das Landecker Amt war seit dem 15.Jahrhundert ein Verwaltungsbezirk der Reichsabtei Hersfeld mit dem heutigen Schenklengsfeld (ursprünglich Lengsfeld) als Amtsort. Der heutige Name taucht erstmals im Jahre 1378 auf, als das Amt des Schenkens der Hersfelder Äbte erblich verliehen wurde.
Im Jahre 1558 erhielt Landgraf Philipp von Hessen die Mitherrschaft über die Reichsabtei Hersfeld und somit auch über das Landecker Amt. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die Reichsabtei als weltliches “Fürstentum” in die Landgrafschaft Hessen eingegliedert; somit wurde das Landecker Amt vollständig hessisch.


1736 fiel das Amt kurzzeitig an das Kurfürstentum Sachsen, kam aber bereits 1742 durch Rückkauf wieder zur Landgrafschaft.


1807 bis 1813 war der “Kanton Landeck” Teil des Königreichs Westphalen.
Anschließend wurde das Amt Bestandteil von Kurhessen. Nach der Verwaltungsreform von 1821 wurde es dem Kreis Hersfeld zugeordnet.


1571 zählten zum Landecker Amt folgende Dörfer und Höfe:
Schenklengsfeld, Oberlengsfeld, Ransbach, Heimboldshausen, Motzfeld, Hilmes, Malkomes, Landershausen, Unterweisenborn, Konrode, Wehrshausen, Wüstfeld, Dinkelrode, Schenksolz, Lampertsfeld, sowie die Höfe Zimmers und Kahlhausen.
Der Hof Zimmers, südöstlich von Ransbach gelegen und 1646 (!) noch bewirtschaftet, wurde nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges nicht wieder aufgebaut.
Heimboldshausen wurde 1763 gegen Ausbach mit dem Amt Friedewald getauscht.

 

Auf die kirchlichen Zuständigkeiten hatte diese territoriale Veränderung keinen Einfluss: Während Heimboldshausen bereits zuvor mit Kreuzberg (Philippsthal) verbunden war – und dies auch weiterhin blieb – gilt das Gleiche für die Verbindung von Ausbach mit Friedewald.
Hingegen war der Ort Hillartshausen, der zur Vogtei Kreuzberg zählte, kirchlich mit Schenklengsfeld bzw. Hilmes verbunden.
Aufgrund der kirchlichen Zuständigkeiten, ergeben sich folgende Orte, die im Rahmen dieses Trauregisters behandelt werden:
Schenklengsfeld, Oberlengsfeld, Konrode, Lampertsfeld, Landershausen, Malkomes, Dinkelrode, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen, Wüstfeld, Hilmes, Hillartshausen, Motzfeld und Ransbach.

 

Neben den aufgeführten Orten gibt/gab es noch diverse Einzelhöfe und Mühlen innerhalb des relevanten Gebiets:
Hof Kahlhausen, Hof Thalhausen, Hof Rimmerode (alle in der Gemarkung Wehrshausen), Hof Ehrenthal (abgebrochen, befand sich östlich von Oberlengsfeld), Obermühle und Feldmühle (beide ehemals südlich von Schenklengsfeld gelegen), Mauermühle und Weißmühle (nördlich von Schenklengsfeld), Grabenmühle und Dorfmühle (beide innerorts), Hahnmühle (östlich von Hillartshausen am Röhlingsbach gelegen), sowie Grundmühle (zuvor Obermühle), Gilmesmühle und Schellmühle (alle zu Ransbach zählend). Desweiteren gab es Mühlen in Unterweisenborn, Malkomes, Schenksolz und Lampertsfeld.


Heute besteht die Großgemeinde Schenklengsfeld neben dem Hauptort aus den Ortsteilen Konrode, Oberlengsfeld, Unterweisenborn, Wehrshausen, Dinkelrode, Landershausen, Malkomes, Schenksolz, Erdmannrode, Hilmes, Wippershain und Wüstfeld. Lampertsfeld wurde bereits 1962 nach Schenklengsfeld eingegliedert.


Hillartshausen und Motzfeld gehören heute zu Friedewald, Ransbach hingegen zu Hohenroda, während Heimboldshausen ein Ortsteil von Philippsthal ist.

 

Quelle: Jörg Deiseroth, Trauregister des Landecker Amt bis 1830

 

Text: Heimatverein Schenklengsfeld - Hier finden Sie auch Informationen historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde.