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NABU Hessen: Die Schwalben fliegen jetzt in den Süden

NABU Hessen: Verlassene Schwalbennester nicht entfernen
Wetzlar – Mit ihrem Aufbruch in die Winterquartiere im südlichen Afrika
geben die Schwalben jetzt den Startschuss für den Einzug des Herbsts.
„Vielen Menschen, die den ganzen Sommer lang Schwalben unter ihrem Dach
beherbergt haben, fällt der Abschied von den fröhlichen Sommerboten
schwer“, erklärt Bernd Petri, Stellv. Landesvorsitzender des NABU Hessen.
Mehl- und Rauchschwalben gehören zu den beliebtesten heimischen Singvögeln.
Leider gehen ihre Bestände aber immer weiter zurück. Neben dem
Nahrungsmangel durch das Insektensterben gibt es noch einen weiteren
wichtigen Grund für den Rückgang, die vielerorts fehlenden geeigneten
Brutplätze. Als Kulturfolger bauen Mehlschwalben ihre Nester gerne an die
Hauswände von Gebäuden, Rauchschwalben nutzen offene Innenräume wie Ställe
und alte Speicher. „Wer sich für Mehlschwalben einsetzen möchte, kann sie
bis zum 15. Oktober zum Vogel des Jahres 2027 wählen“, ermuntert Petri zur
Teilnahme an der aktuellen Vogelwahl des NABU unter www.vogeldesjahres.de


Schwalben merken sich Nistplätze
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Beim Fortzug in den Süden merken sich die Schwalben den Standort ihrer
Nester, um sie im nächsten Frühling gleich wieder beziehen zu können. "Für
Schwalben ist es einfacher, ein altes Nest zu reparieren, als aus 700 bis
1.500 Lehmkügelchen mühsam ein neues Nest zu mauern" so Petri. Die
Fähigkeit, sich einen guten Nistplatz zu merken und im nächsten Jahr
dorthin zurückzukehren, ist gerade in der heutigen Zeit eine wichtige
Überlebens-Strategie für die wendigen Insektenjäger. Denn es gibt immer
weniger geeignete Brutplätze an oder in Wohngebäuden, Reithallen und
Stallungen. Aufgrund der zunehmenden Flächenversiegelung und den sich
häufenden Trockenphasen ist auch lehmiges Baumaterial für das Nest immer
schwerer zu finden. Deshalb zeichnet der NABU interessierte Vogelfreunde,
die sich um den Schutz von Schwalben und deren Nestern an ihren Gebäuden
kümmern, mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ aus.


Aufpassen bei der Hausrenovierung

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Manchen Menschen ist nicht bewusst, dass sie Schwalben bei Renovierungs-
oder Reinigungsarbeiten am Haus einen enormen Schaden zufügen, wenn sie
dabei Nester von der Außenwand abschlagen. „Schwalbennester sind besonders
geschützt. Auch dann, wenn die Schwalben in den Süden gezogen sind.
Hausbesitzende dürfen verlassene Schwalbennester deshalb nicht einfach
entfernen“, klärt die NABU-Ornithologin Ruth Ortwein auf. Wer
Schwalbennester zerstört, kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 €
bestraft werden. Wenn im Zuge von Baumaßnahmen Nester ausnahmsweise
entfernt werden müssen, haben die Eigentümer*innen für einen Ersatz durch
künstliche Nisthilfen zu sorgen. „Am besten ist es, vor Beginn von
Bauarbeiten am Haus die zuständige Untere Naturschutzbehörde zu
kontaktieren und die geplanten Maßnahmen abzusprechen. Dann ist man auf
jeden Fall auf der sicheren Seite“, erläutert Ortwein. Zum Schutz von
Schwalben und ihren Nestern empfiehlt der NABU Hessen zudem, Dächer und
Dachrinnen nur außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeiten zu erneuern. Der
naturfreundlichste Termin für Renovierungsarbeiten am Haus ist die Zeit
zwischen Oktober und Februar.


Lehmtankstelle im Garten
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Konflikte mit Schwalbennestern gibt es manchmal auch mit dem Kot, der die
Hausfassade und Gehwege verschmutzen kann. Mit einem mindestens 70
Zentimeter unterhalb der Nester angebrachten Kotbrett kann das Problem aber
leicht dauerhaft gelöst werden. Da es in der ausgeräumten Landschaft immer
weniger Lehmpfützen gibt und den Mehlschwalben deshalb oft das Material zum
Nestbau fehlt, empfiehlt der NABU, die flinken Sommervögel generell mit
Nisthilfen zu unterstützen oder „Lehmtankstellen“ im Garten anzubieten. Ein
Schwalbenkasten an der Hauswand oder ein Schwalbenhotel im Garten sind eine
willkommene Hilfe für die gefiederten Insektenjäger. Die künstlichen
Nisthilfen für das nächste Jahr können schon jetzt im Herbst montiert
werden.