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NABU Hessen: Beim Herbstputz im Garten an Tiere und Pflanzen denken

Igel im Laub (c) NABU/Bernd Kunz (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Igel im Laub (c) NABU/Bernd Kunz

Gelassenheit beim Aufräumen im Garten hilft Igel, Frosch und Schmetterling
Wetzlar – In vielen Gärten bereiten sich Kräuter, Stauden und Sträucher nun
auf die kalte Jahreszeit vor. Fallende Blätter, verdorrende Stängel und
welkende Blumen geben das Startsignal für den traditionellen Herbstputz im
Garten. Der NABU Hessen rät dazu, beim großen Saubermachen im eigenen Grün
an wilde Tiere wie Kleinsäuger, Amphibien und Insekten zu denken. „Damit
Igel, Frösche und Schmetterlinge im Winter ein warmes, trockenes Plätzchen
haben, sollte man im Garten jetzt nicht zu radikal aufräumen. Viele Tiere
verbringen die kalte Jahreszeit gerne in Laub- oder Reisighaufen.
Schmetterlinge und andere Insekten legen ihr Eier an Stengeln von Stauden
ab. Deshalb lohnt es sich, altes Laub liegen und welke Stengel stehen zu
lassen“, erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Am
besten ist es, so der NABU, fallendes Laub auf einen oder mehrere Haufen an
oder unter Büschen anzuhäufen und den Tieren als Winterversteck anzubieten.
Auch aufgeschichtetes morsches Holz bietet einen vielfältigen Lebensraum.
„Tiere mögen wilde Stellen im Garten, dort finden sie gute Quartiere und
viel Nahrung“, erläutert Sommerhage.


Wilde Ecken für Tiere und Pflanzen
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Der NABU empfiehlt, im Garten wilde Ecken einzurichten, in denen sich die
Natur freier entwickeln darf. Das kann ein kleines Stück Wiese sein, eine
Gebüschecke oder ein Beetstreifen. „Die Natur mag es, wenn wir beim
Aufräumen im Garten mit mehr Gelassenheit ans Werk gehen und nicht alles
wegräumen“, so Sommerhage. Dazu gehört es, abgeblühte Stauden stehen zu
lassen und mit dem Rückschnitt bis zum nächsten Frühjahr zu warten, damit
die Eier und Puppen von Insekten in ihnen überwintern können. Die
Körnerfresser unter den Gartenvögeln, wie Stieglitz und Dompfaff, fliegen
auf die Samenstände verblühter Stauden von Wilder Karde, Distel und
Königskerze als Energiequelle. Hagebutten und Weißdornfrüchte bieten bestes
Vogelfutter im Winter.


Igeln über den Winter helfen

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Im naturfreundlichen Garten finden die dämmerungs- und nachtaktiven Igel
viel Nahrung und können sich im Herbst die nötigen Fettreserven für den
Winterschlaf anfressen. Ein Durchschlupf im Zaun hilft dabei, dass die
Stacheltiere ihr Revier problemlos durchwandern können. Igel nehmen Nahrung
auf, die ihnen beim Umherstreifen über den Weg läuft, wie Käfer und deren
Larven, Regenwürmer, Schmetterlingsraupen, Ohrwürmer oder Schnecken, die
sie laut schmatzend vertilgen. Unter Hecken, Totholzstapeln oder
Komposthaufen bauen sie sich ein Versteck aus Laub, in dem sie überwintern.
Wichtig ist es zudem, den Garten nachts nicht zu beleuchten. „Wer
künstliches Licht im Garten vermeidet, erspart Igeln unnötige Wege und
sorgt für eine entspannte Winterpause. Die Stachelhäuter mögen die Lampen
nicht und machen große Umwege, um ihnen aus dem Weg zu gehen. Dabei
verbrauchen sie wertvolle Energie, die sie für die Überwinterung dringend
benötigen“, erläutert Sommerhage. Mit sieben NABU-Tipps kann man viel für
den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt im eigenen Garten tun.


Sieben NABU-Tipps zum Gärtnern im Herbst
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• Verblühte Stauden als Winterquartier für Insekten und Nahrung für
Vögel stehen lassen
• Laub- und Reisighaufen als frostfreies Quartier für Igel, Frösche und
Insekten anlegen
• Morsches Holz im Garten liegen lassen oder aufschichten
• Wilde Ecke für Tieren und Pflanzen im Garten anlegen
• Hagebutten, Weißdornfrüchte und anderes natürliches Vogelfutter stehen
lassen
• Kunstlicht am Haus und im Garten vermeiden
• Nistkästen mit einer Bürste ausfegen, um Vögeln einen Schlafplatz im
Winter zu bieten

 

Naturnaher Garten für den Igel
Laubhaufen im Garten als Winterquartier
NABU-Gartentipps für den Herbst